Verpackung als Marketinginstrument: 5 Elemente für mehr Sichtbarkeit und Umsatz

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Im Marketing-Mix ordnet sich die Verpackung der Produktpolitik unter, einem zentralen absatzpolitischen Instrument. Bevor eine physische Gestaltung erfolgt, muss definiert werden, welchen Wert das Angebot für den Kunden hat. Hierbei unterscheiden wir zwischen dem Grundnutzen und dem Zusatznutzen. Ein Sneaker erfüllt beispielsweise primär den Schutz des Fußes (Grundnutzen). Da jedoch viele Produkte im Regal diesen funktionalen Zweck gleichermaßen erfüllen, findet die eigentliche Kaufentscheidung oft über den Zusatznutzen statt – etwa durch Prestige, Design oder Markenimage. Daher ist die Verpackung oft das entscheidende Element, um homogene Güter durch einen emotionalen Mehrwert voneinander abzugrenzen. Erst nach dieser strategischen Festlegung folgen Entscheidungen über Qualität, Form, Farbe und Materialien.

Multifunktionale Anforderungen an die Verpackung

Eine Verpackung muss unterschiedliche Ansprüche erfüllen, die weit über das bloße Umhüllen hinausgehen. Aus Sicht des Konsumenten stehen Schutzfunktionen wie die Verhinderung von Verdunstung oder die Gewährleistung der Haltbarkeit im Vordergrund. Hinzu kommen Aspekte der Sicherheit, etwa Kindersicherungen bei Putzmitteln oder Originalitätsverschlüsse bei Arzneimitteln. Auch die Handhabung spielt eine Rolle: Eine Flasche muss sich gut greifen und entleeren lassen („Squeeze-Effekt“).

Aus der Perspektive des Produzenten und der Logistik ändern sich die Prioritäten. Hier muss die Hülle das Produkt während Transport und Lagerung schützen und eine effiziente Stapelbarkeit auf Paletten gewährleisten. Ein Verpackungshersteller muss zudem darauf achten, dass die Hülle als Informationsträger für gesetzliche Angaben dient und am Verkaufsort (Point of Sale) als Werbefläche funktioniert.

Ökologische Aspekte gewinnen ebenfalls an Gewicht. Ziel ist die Müllvermeidung durch Recyclingfähigkeit oder Mehrwegsysteme. Gleichzeitig reduziert eine Volumen- und Gewichtsoptimierung der Verpackung den Kraftstoffverbrauch beim Transport signifikant.

Markenwahrnehmung und Konsumentenpsychologie

Die Marke dient dem Kunden als Orientierungshilfe und Vertrauensanker. In einer unübersichtlichen Auswahl greift der Konsument eher zum bekannten Produkt, um das Kaufrisiko zu minimieren. Forschungsergebnisse zeigen, dass etwa 70 Prozent aller Kaufentscheidungen emotional getroffen werden. Das Design und die Haptik der Verpackung lösen diese Emotionen aus, noch bevor rationale Argumente greifen.

Unternehmen nutzen verschiedene Strategien der Markenarchitektur:

  • Unternehmensmarke: Alle Produkte laufen unter einem Namen (z. B. Siemens), was die Einführung neuer Produkte erleichtert, aber die Flexibilität in der Gestaltung einschränkt.
  • Einzelmarke: Jedes Produkt erhält einen eigenen Auftritt (z. B. Snickers, Mars), was eine spezifische Zielgruppenansprache erlaubt, aber kostenintensiv ist.
  • Dachmarke: Ein Kompromiss, bei dem Submarken (z. B. nutella) von der Bekanntheit der übergeordneten Marke (z. B. Ferrero) profitieren.

Eine starke Marke erhöht den monopolistischen Spielraum bei der Preisgestaltung und errichtet Markteintrittsbarrieren für Wettbewerber.

Essenzielle Gestaltungselemente für den Verkaufserfolg

Damit eine Verpackung am Point of Sale überzeugt, sollten fünf konkrete Elemente berücksichtigt werden:

  1. Kundenzentrierte Vorteile: Statt technischer Merkmale sollten drei bis maximal fünf klare Nutzenargumente auf der Verpackung stehen. Der Kunde muss sofort erfassen, was ihm der Kauf dieses spezifischen Produkts bringt.
  2. Persönlichkeit: Elemente wie Fotos der Gründer, der Mitarbeiter oder eine Unterschrift auf dem Etikett bauen Nähe auf. Wenn jemand mit seinem Namen für die Qualität bürgt, steigert dies das Vertrauen massiv.
  3. Storytelling: Menschen reagieren seit jeher auf Geschichten. Eine kurze Anekdote zur Entstehung oder Herkunft (3–4 Sätze) macht das Produkt nahbar und sympathisch.
  4. Handlungsaufforderungen (Call to Action): Die Verpackung ist eine Werbefläche. Über QR-Codes oder URLs können Kunden auf Webseiten geleitet werden, um weitere Produkte zu kaufen oder sich sogar als Mitarbeiter zu bewerben. Dies fördert die Interaktion und Markenbindung.
  5. Andersartigkeit: Wenn 90 Prozent der Marktteilnehmer identische Aussagen treffen, verpufft die Wirkung. Heben Sie sich durch Formen, Farben oder unkonventionelle Texte bewusst von der Masse ab, um nicht austauschbar zu wirken.
Verpackungen

Erkenntnisse aus Rebranding und Marktforschung

Designentscheidungen sollten nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Daten basieren. Technologien wie Eye-Tracking ermöglichen es, Blickverläufe im Regal objektiv zu messen: Wie schnell wird ein Produkt gefunden und wie lange wird es betrachtet?

Fallstudien belegen die finanzielle Relevanz des Designs:

  • RXBAR: Durch ein radikales Redesign hin zu minimalistischer Transparenz stieg der Umsatz von 2 Millionen auf 160 Millionen Dollar.
  • Chobani: In einem gesättigten Markt differenzierte sich die Marke durch rustikale Farben und handgezeichnete Elemente, um ein Gefühl von Handwerkskunst zu vermitteln.
  • Tropicana: Ein Redesign, das ikonische Elemente (Orange mit Strohhalm) entfernte, führte zu einem Umsatzeinbruch von 20 Prozent in zwei Monaten. Verbraucher empfanden das neue Design als „billig“, was zeigt, dass optische Veränderungen ohne Datenbasis erhebliche wirtschaftliche Risiken bergen.

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